Das Museum

In einer Seitengasse des Marktplatzes, der Rittergasse, befindet sich das Museum. Das im Jahre 1897 von heimatgeschichtlich interessierten Alsfelder Bürgern gegründete Museum war bis 1913 im städtischen Weinhaus (1538), anschließend bis 1975 im Hochzeitshaus (1564-71) untergebracht, in dem zunächst zwei, nach 1951 alle vier Geschosse benutzt werden konnten. Im Rahmen der von der BRD und dem Land Hessen als Studie und Modellvorhaben anerkannten Altstadtsanierung wurde 1975 durch die Stadt Alsfeld der Umbau der unter Denkmalschutz stehenden Gebäude Minnigerode-Haus (1687) und Neurath-Haus (1688) mit zugehöriger Scheune (1687) und den Innenhöfen begonnen.


Schon die prächtigen Patrizier-Häuser, in denen das Museum untergebracht ist, laden zum Besuch ein. Der Eingang befindet sich in der ehemaligen Tordurchfahrt des Minnigerode-Hauses.

Im anschließenden Erdgeschoss wurde eine großzügige Halle eingerichtet, in der sich die kunstvoll geschmiedeten Zunftschilder des alten Alsfelder Handwerks befinden, beherrscht von der aus der Bauzeit stammenden barocken Wendeltreppe, deren gewundene Spindel aus einem einzigen Eichenstamm gearbeitet worden ist und die mit 8,12 m Länge durch zwei Geschosse hindurchgeht.

Neben der stadtgeschichtlichen Sammlung, in der auch vor- und frühgeschichtliche Funde, wie Faustkeile und keltische Halsringe, ausgestellt sind, den Schwälmer und Katzenberger Trachten, dem Handwerkersaal und Möbeln, zeigt das Regionalmuseum auch seltene und außergewöhnliche Ausstellungsobjekte, wie den Toraschrein, der, wie auch andere Gegenstände der jüdischen Geschichte, aus der niedergebrannten Synagoge am 10. November 1938 gerettet werden konnte, die kostbare, 12 m lange „Alsfelder Tapete“ aus dem Jahr 1814, die 1848/1849er-Weste des letzten Präsidenten der Deutschen Nationalversammlung, das s.g. „Schwert Karls des Großen“ mit seiner geheimnisvollen Inschrift oder das prachtvolle spätgotische Messbuch aus dem Alsfelder Augustinerkloster von 1501.